Gee Baby, Ain’t I Good To You

140208_solo3Heute gibt es meine erste Studie in Jazz. Dem einen oder anderen Leser wird schon aufgefallen sein, dass ich ab und zu Soloauftritte mache, bei denen ich meine Liebe zum Jazz auslebe. Ich sitze dann möglichst entspannt mit meiner Gitarre und der Loopstation da und jamme so vor mich hin. Im Idealfall gefällt es den Zuhörern und ich kann dort wieder spielen.

Das mit der Loopstation ist so eine Sache, ich weiß. Die Puristen unter den Jazzgitarristen halten es für Betrug. Ich durfte mir letztens auch anhören, dass ich ja gar nicht richtig spiele. Naja. Immerhin spiele ich meine „Playbacks“ ja eigenhändig und live in die Loopstation. Und außerdem klingt es doch. Für mich ist es ein toller Kompromiss, bei einer kleinen Mugge, bei der es mal wieder nicht laut sein darf und nicht genügend Platz für zwei oder drei Musiker ist, trotzdem Musik zu machen, die etwas größer klingt.

Grundsätzlich ist es im Jazz bei der Rhythmusgitarre ja so, dass man versucht, nur die wichtigen Töne des Akkordes zu spielen. Hähh? Yepp. Die wichtigen Akkordtöne sind die Töne, die ganz eindeutig das Geschlecht (Moll oder Dur) des Akkordes klar machen, also die kleine bzw. große Terz. Dazu kommen dann noch die 6en, 7en, 9nen, 11en, 13nen. Je nachdem mit einem b oder einem Kreuz davor usw. Wenn in einem, sagen wir mal Trio, der Bass die Grundtöne spielt, muss man also nicht mal diese spielen, um den aktuellen Akkord klar zu machen. Und die Quinte ist im Gegensatz zur Rock- und Metalmusik völlig überschätzt. Außer sie ist übermäßig oder vermindert. Alles klar soweit?

Okay. Diese ganze Sache geht bis auf den, in Jazzgitarristenkreisen als Erfinder des Jazzgitarrenrhythmusspiels (geile Wörter) verehrten Freddie Green zurück. Dieser wurde durch seine Arbeit im Count Basie Orchestra weltberühmt. Um sich mit seiner akustischen Gitarre durchzusetzen, spielte er nur die „wichtigen“ Töne und dämpfte die restlichen Saiten mit den Fingern ab. Das ergab ein perkussives, treibendes Gitarrenspiel, das sich hervorragend in das Gesamtbild einfügte.

Soweit erstmal zur Geschichte. Am heutigen Song kannst Du Dir prima diese „Minimalakkorde“ verdeutlichen. Sie bestehen nur aus dem Grundton (wir haben ja keinen Bassisten), der Terz und der Septime o.ä. (Bis auf wenige Ausnahmen.) Ich wünsche viel Spaß damit und

Rock Your Life! Riff Your Day!

 

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