Warum blogge ich?

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Okay, heute mal keine Noten und keine Konzertberichte. Heute geht es um die Frage: Warum schreibe ich eigentlich diesen Blog? Seit nunmehr ziemlich genau einem Jahr lebe ich das Abenteuer eines bloggenden Gitarristen und da ist die Einladung des Bloggerkollegen Markus Cerenak zu seinem „Blog-Bang“ die perfekte Gelegenheit, mir und meinen Lesern diese bloggige Frage zu beantworten.

Markus Cerenak betreibt übrigens einen sehr motivierenden und erfolgreichen Blog, in dem er sich dem Kampf gegen das alltägliche Hamsterrad verschrieben hat. Und für seinen Blog-Bang, der eigentlich Blog-Parade heißen sollte (was es irgendwie besser beschreibt, weil Blog-Bang klingt irgendwie nach… naja 😉 ), lädt er Blogger ein, die Frage nach ihrem Warum? zu beantworten und in einem Artikel zu veröffentlichen. (Eine Auswahl der besten Beiträge wird dann auch noch in einem E-Book veröffentlicht.) … Alles gebloggt?

 

Ich blogge, also bin ich?

Heutzutage ist es ja so, dass irgendwie jeder seine Meinung im Internet kundtut, ob das nun Sinn macht oder nicht. Wer am lautesten schreit, bekommt die meisten Klicks, bekommt die meisten Besucher auf seiner Website, hat den größten Erfolg…? Wollte ich da wirklich mitmachen? Glücklicherweise gibt es immer mehr Blogger, die zuerst auf Inhalte setzen, auf Qualität und erst dann (natürlich, bei der vielen Arbeit, die in so einem Blog steckt) auch Geld damit verdienen wollen.

 

Warum blogge ich nun also? 

Am Anfang stand das Gefühl, ein neues Abenteuer zu beginnen, einen neuen Weg zu beschreiten. Mal sehen, wo ich da ankomme… Ich war auf der Suche nach neuer Inspiration, hatte mich festgefahren und brauchte so etwas wie einen neue Strasse, auf der ich gehen wollte.

Vor eins, zwei Jahren hatte ich mich das erste Mal überhaupt mit Blogs beschäftigt. Die Welt der Blogger war mir bis dato noch ein riesiges Rätsel. Was, die schreiben so Zeug auf ihren Internetseiten und manche können sogar davon leben? (Beschäftigt man sich mal mit der amerikanischen Bloggerszene, fallen einem vor ungläubigen Staunen echt die Augen aus dem Kopf.) Also ja, offensichtlich können einige von ihnen sogar ziemlich gut davon leben. Ich tauchte ein in die Welt der Reiseblogs, Blogartikel, WordPress-Themes, Newsletter, Ebooks, Podcasts u.v.m.

 

Viel Inspiration und neue Denkanstöße

fand ich übrigens in „gitarristenfremden“ Blogs…

Angefangen hat alles mit diesem tollen Reiseblog von Conni Biesalski: www.planetbackpack.de (Als Musiker bin ich ja auch ständig unterwegs. Vielleicht auf eine andere Art, aber es hat manchmal auch schon was von Nomadenleben…)

Markus Cerenak und die wöchentliche Dosis Alltagsinspiration: www.markuscerenak.com

Markus Cerenak und Jakob Schweighofer zeigen Dir, wie man es richtig anstellt mit dem Bloggen: www.bloggen.co

Vielleicht gerade als Musiker sollte man sich ein paar Gedanken zu seinen Finanzen machen. Holger Grehte schreibt erfrischend normal zu diesem Thema auf www.zendepot.de

Bevor die Liste hier noch den Rahmen sprengt… ich werde demnächst in einem Artikel ein paar Blogs vorstellen, die mich täglich inspirieren und zum Weitermachen motivieren.

 

Ja aber warum blogge ich nun?

Momentan ist dieser Blog für mich das, was es für viele anfangs immer ist, ein öffentliches Tagebuch, ein Ort, an dem ich mich und meine Arbeit präsentiere, eine Website, die mehr sein soll, als „Hallo, ich bin der und der und mache das und das“.

Dabei startete ich vor einem Jahr natürlich auch mit dem Gedanken, ratz fatz ein Blogger-Online-Business aus dem virtuellen Boden zu stampfen und mit dieser Website Geld zu verdienen.

Aber nein, nix da. Diese Internetseite bringt mir nach wie vor keinen einzigen Cent. Jedenfalls nicht direkt. Das Verrückte ist jedoch, dass trotzdem viele Sachen auf der „Businessseite“ passiert sind, seitdem ich mich regelmäßig mit meinem Blog beschäftige. Die eine Band läuft immer besser, es kommen neue Anfragen für andere Projekte und so Schritt für Schritt baut sich mein „Business“ dann doch auf. Vielleicht liegt es an diesem Blog, vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich mich viel mehr auf mein Thema, meine Leidenschaft fokussiere. Es hat eher etwas von „Ich schicke gute Energie in die Welt und von irgendwoher kommt dann andere gute Energie zurück“.

 

Ein Gitarristenblog?

Tatsächlich bin ich immer noch hin- und hergerissen, wohin ich mit diesem Blogprojekt eigentlich will. Obwohl ich sehr gern Transkriptionen und Licks und Riffs veröffentliche, ist mir auch klar, dass es zu diesem Thema wirklich schon hinreichend viele und gute Webseiten gibt. Hier sind vier, wie ich finde sehr schöne Beispiele, wie man es machen kann:

Jazz Guitar Online ist eine Website, die es schon seit einigen Jahren gibt und die sich, wie der Name schon sagt, mit dem Jazzgitarrenspiel beschäftigt. Sie ist sehr gut gemacht und wird ständig gepflegt und erweitert.

Total umfangreich und immer aktuell ist die Seite von Matt Warnock, einem kanadischen Jazzgitarristen.

Wirklich witzig gemacht, die Seite vom Wizzard Of Shred. Wer die Geschwindigkeit sucht…

Zu guter Letzt noch Marty „What’s up guys!“ Schwartz. Ich glaube, der ist schon ne kleine Internetberühmtheit.

 

Meine Idee war, neben den vielen Webseiten für Gitarristen, die von Zeitschriften oder Onlinemagazinen sehr professionell betrieben werden, einen Gegenentwurf zu starten. Statt des Glamours und der weit entfernten Träume (in Form von edelsten Gitarren und Equipment) sozusagen direkt aus dem realen Leben. Wie lebt man seinen Traum vom Leben als Gitarrist, wenn man nicht zu den zehn bekanntesten Supergitarristen der Welt gehört oder in einer der Topbands spielt und Millionen verdient? Deswegen schreibe ich so gern über meine Konzerterlebnisse. Weil jedes neue Foto einer Bühne, auf der ich am vergangenen Wochenende gespielt habe mir das Gefühl gibt, auf dem richtigen Weg zu sein.

Es gibt so viele Websites über Gitarren, Gitarristen, Noten, Tabs, Millionen YouTube-Kanäle der Höher-Schneller-Weiter-Fraktion, Milliarden Tutorials „How to play… Smoke on the Water“, dass ich immer noch am Überlegen bin, wie ich diesen, meinen Blog professionell und einzigartig gestalten kann. Also schreibe ich bis dahin weiter an meinen Berichten über die erlebten Konzerte und streue zwischendurch transkribierte Songs meines Geschmackes dazwischen. Das ist noch weit entfernt von einem „Profiblog“, aber es hilft mir, meinen Traum weiter zu leben. Sozusagen mein Kampf gegen das alltägliche Hamsterrad.

 

Finde Deine Leidenschaft…

heißt es bei Markus Cerenak immer, und Du musst nie wieder arbeiten. (Sehr verkürzt formuliert.)

Der Witz ist, dass man als Musiker eigentlich schon seine Leidenschaft gefunden hat, den Grund, jeden Morgen aufzustehen, die Energie, die einen am Leben hält. Ich bin also, wenn man so will, dem Hamsterrad schon entkommen.

Aber dann beginnt die nächste große Herausforderung. Den Mut zu haben, seinen Weg auch zu gehen. Bloss weil man sich nicht mehr im alltäglichen Getriebe der Lohnbeschaffung befindet, erwartet einen nicht sofort ein sonnendurchflutetes Leben voller Glück und Freude. Seine Leidenschaft zu leben, von ihr zu leben, ist genauso „Arbeit“… nur dass man sie, und da gebe ich Markus wieder Recht, für sich tut und nicht für einen Chef.

 

 

Soviel zu meinem Warum. Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, würde ich mich über Kommentare freuen.

Bis dahin:

ROCK YOUR LIFE! RIFF YOUR DAY!

 

 

 

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